Ort
Festivalgelände Bildein
Florianigasse 1
Bildein
Datum und Beginn
Freitag, 29. Juni 2007
Beginn: 22:30 Uhr
Eintrittspreise
leider noch keine Infos vorhanden
Flyer
Freitag, 29. Juni 2007
Mondschein-Kino
Farkas & Waldbrunn, Buena Vista Social Club
Achtung: bei Schlechtwetter finden die Vorfuehrungen im Stadl Bildein statt!
Unterm Sternenhimmel großes Kino genießen – das kann man diesen Sommer in Bildein. Der KuKuK organisiert erstmals ein Open-Air-Kino.
An vier Freitag-Abenden im Juni und Juli gibt es einige Schmankerl der österreichischen Filmgeschichte zu bewundern. Da ist von Helmut Qualtinger bis Andreas Vitásek alles dabei! Auf Großleinwand mit leistungsstarker Projektionstechnologie und entsprechendem Sound. Ausklingen werden die (hoffentlich) lauen Sommerabende mit internationalen Musikfilmen.
Auch kulinarisch werden die Besucher verwöhnt: Es gibt Gegrilltes vom Dorfwirt, edle Tröpferl vom Weinarchiv, für Naschkatzen Kaffee, Kuchen und Popcorn vom Konditor oder den Mondscheinkino-Cocktail von der Schirmbar.
Die Zeiten der faden Fernsehabende zu Hause sind also vorbei – Film-Anschauen wird jetzt zur urgemütlichen Party!
Das Programm im Detail:
„Farkas & Waldbrunn – G’scheites und Blödes“
"Um den Blöden zu spielen, muss man sehr g'scheit sein. Daher spielt mein Kollege lieber den Schlauen." Mit spitzfindigen Bemerkungen wie diesen avancierte Karl Farkas zu einem der ersten Komödienstars des österreichischen Fernsehens. Sein Partner war über viele Jahre hinweg Ernst Waldbrunn, der den oft bissigen Spot von Farkas mit Gleichmut erduldete. G'scheites & Blödes lautet der Titel einer Zusammenstellung von 60 Sketchen, mit denen Farkas und Waldbrunn zwischen 1958 und 1971 das österreichische Fernsehpublikum in verschiedenen Shows begeisterten. Sketchen, von denen einige heute antiquiert erscheinen, wie jene kleine Musical-Nummer über Fidel Castro, in der Farkas den Diktator gibt und sich natürlich über Dinge auslässt, die 1961, im Entstehungsjahr der Nummer, brisant gewesen sein mögen. Heute muss man, um Sketche wie diesen zu verstehen, im Geschichtsatlas blättern! Im Mittelpunkt jedoch stehen zeitlose Nummern wie "Inkasso", eine Geschichte über einen säumigen Schuldner (Waldbrunn) und einen gewitzten Geldeintreiber (Farkas), der mit allerlei schlauen Tricks dem Schuldner 500 Schilling aus der Hosentasche ziehen will -- was sich als nahezu unmögliches Unterfangen herausstellt, ist der Schuldner doch nicht nur ein Geizhals, sondern auch noch dumm und verschlagen! Das ist eine gefährliche Mischung -- und eine Herausforderung für den Geldeintreiber. Farkas' und Waldbrunns bekanntestes Format war die "Doppelconférence", eine Show, ganz zugeschnitten auf Farkas' Sarkasmus und Waldbrunns schlichtes Gemüt. Wie populär die beiden Komiker einst gewesen sind, belegt auf dieser Zusammenstellung Sketch Nummer 38. Dieser Sketch, "Erstmals in Farbe", hat das Farbzeitalter im österreichischen Unterhaltungsfernsehen eingeläutet! Eine solche Ehre wäre seinerzeit, 1969, keiner x-beliebigen Sendung zugestanden worden! In Deutschland war Ernst Waldbrunn vor allem als Nebendarsteller in verschiedenen Schlagerfilmen mit solch klangvollen Titeln wie Mit Rosen fängt man Liebe ein oder Mein ganzes Herz ist voll Musik in den 50er-Jahren bekannt geworden, in Österreich kannte man ihn darüber hinaus als Kabarettisten. Und den Dummen spielte er nur an der Seite von Farkas. Tatsächlich war Waldbrunn, der 1977 im Alter von 70 Jahren verstarb, ein promovierter Jurist! Karl Farkas, 1893 in Wien geboren, begann seine Kabarett-Karriere kurz nach Ende des Ersten Weltkrieges. Zwar gab er bereits 1923 sein Leinwanddebüt in einem Spielfilm mit dem Titel Namenlos a.k.a. Der Scharlatan, doch im Filmmetier blieb er vor allem hinter der Kamera aktiv und schrieb Drehbücher zu Filmen wie Im schwarzen Rössl. Nach dem Einmarsch deutscher Truppen in Österreich, floh Farkas 1938 über Portugal in die USA, wo er bis 1948 einer der bekanntesten Vertreter des Exil-Kabaretts war. Ein leichter Schauer läuft dem Zuschauer beim Anschauen des letzten Sketches auf dieser Zusammenstellung über den Rücken. Sie datiert auf den 15. Mai 1971. In einer Persiflage auf Kuhlenkampff und dessen Quizshow Einer wird gewinnen verabschiedet sich Farkas von seinem Publikum. Seine Verabschiedung, sie hat etwas Endgültiges. Seine Worte lassen anklingen, dass er nie wieder vor die Kamera treten wird. Am 16. Mai 1971 ist Karl Farkas gestorben.
„Buena Vista Social Club“
Dem Buena Vista Social Club, wochenlang auf den vorderen Plätzen der LP-Charts, hat der international anerkannte deutsche Regisseur Wim Wenders (Himmel über Berlin) seinen lebhaften Dokumentarfilm gewidmet. Der Buena Vista Social Club, das ist ein Club wunderbarer, alter, kubanischer Herren, die ihre Liebe zur Son-Musik bei bester Laune gehalten hat. Vollblutmusiker Ry Cooder, der u.a. auch die Filmmusik für Wim Wenders Paris, Texas geschrieben hat, hat den Pianisten Ruben Gonzales, die Sänger Compay Segundo und Ibrahim Ferrer sowie ihre Musikerkollegen Eliades Ochoa und andere aus dem Rentnerdasein für seine Aufnahme von Buena Vista Social Club errettet. Und Wim Wenders hat sie gemeinsam mit den Kameramännern Jörg Widmer und Robby Müller beim Proben, im Studio, bei Auftritten in Europa und USA - wo sie staunend durch die Straßenschluchten wandeln - und natürlich in ihrer Heimat, z.B. beim Spielen für die Ballettmädchen sowie zu Hause im Wohnzimmer beobachtet. Natürlich fließen auch malerische Impressionen von der Hauptstadt Kubas, Havanna, mit ein. Nur schade, dass die weisen, alten Herren nicht noch mehr von ihrem großen Erfahrungsschatz ausplaudern dürfen. Denn Herzstück sind die zum Teil mitreißenden Konzert- und Probenmitschnitte, bei denen der Zuschauer die übersetzten Texte der Songs als Untertitel mitgeliefert bekommt, in Wenders' preisgekrönter Doku, die auf die für einen Dokumentarfilm erstaunliche Anzahl von fast 900.000 Kinobesuchern kam. Ein außergewöhnlicher Musikfilm, der Lust und Laune auf mehr macht.